Auf die innere Einstellung kommt es an


Meditation

Was versetzt uns in Stress?

Das Leben verläuft nicht immer wie man es geplant hat. Schicksalsschläge und Katastrophen stoßen uns aus unserer Mitte und bringen uns ins Straucheln. Dazu kommen die gestiegenen Anforderungen des täglichen Leben und die hohe Informationsdichte, der wir täglich ausgesetzt sind. Gefühlt fahren wir eine Stressspirale quasi ungebremst abwärts. Leider schaffen es viele nicht, dagegen etwas zu unternehmen und rasen in eine Depression oder einen Burnout. Typische Symptome sind das Gefühl allem nicht mehr gewachsen zu sein und sich am liebsten allen Anforderungen zu entziehen. Das Aufstehen fällt morgens schwer und die Gedanken kreisen ohne Rast um Arbeit und Aufgaben.

Es gibt darüber hinaus viele Stressoren, die unsere rasante Abfahrt noch beschleunigen. Stressoren sind subjektive anstrengend empfundene Reize. Das können tatsächliche Reize sein, die wir mit unseren Sinnen empfinden (Bsp. Geräusche), oder Situationen, die wir als unangenehm empfinden.

Was können wir dagegen unternehmen?

Im ersten Schritt gilt es, eine klare Sicht auf die Tatsachen zu bekommen. Was stresst Sie? Welche Situationen empfinden Sie als unangenehm? Wenn Sie sich darüber klar werden, dann können Sie zum zweiten Schritt übergehen und die ermittelten Stressoren mit einer Gewichtung versehen. Jetzt gilt es, die Punkte mit höchster Gewichtung anzugehen. Was ist die tatsächliche Ursache für diesen Stressor? Was können Sie unternehmen, um in Zukunft besser damit umzugehen?

Der letzte Absatz ist bewusst weich formuliert, weil es höchst subjektiv ist, was Sie stresst und was Sie dagegen unternehmen können.

Die Einstellung ändern zum Anfänger-Geist

Wer aufhört, besser sein zu wollen, hat aufgehört, gut zu sein.
Oliver Cromwell
(1599 – 1658), englischer Staatsmann und Heerführer

Ich habe in der Vergangenheit einige stressige Phasen durchlebt und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass man nicht das Außen, sondern nur die eigene Einstellung zum Außen ändern kann. Insbesondere in stressigen Phasen neigt man dazu, sich bei den täglichen Katastrophen zu fragen, warum passiert das schon wieder? Warum muss das wieder mir passieren? Dann dreht sich das Gedankenkarussell wieder und die Gedanken laufen unkontrolliert wie eine aufgeschreckte Tierherde in eine negative Richtung.

Was versteht man unter dem Anfänger-Geist? Der Begriff kommt aus dem Zen und bedeutet sinngemäß, dass man immer bereit sein sollte neue Dinge zu lernen – wie ein Anfänger. Man kann sich immer verbessern und neue Dinge lernen.

Wenn Sie das nächste Mal in eine stressige Situation geraten oder eine Katastrophe eingetreten ist, dann sagen Sie sich in Gedanken STOP, STOP, STOP. Dann lenken Sie Ihr Denken in eine positive Richtung. Sagen Sie sich selbst, dass das eine Gelegenheit ist, wieder etwas neues zu lernen. Aus jeder Situation kann man etwas für sich mitnehmen – das gilt es sich bewusst zu machen. Dadurch bleibt ihr Geist klar und Sie können in der Situation alles aufnehmen. Sie stärken dadurch Ihre Wahrnehmung und bereiten den Weg für die Entwicklung einer Lösung.

Vom Multitasking zur Achtsamkeit

„Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen.“
(Yoda, Jedi-Meister aus Star Wars)

Sind Sie eine Maschine? Verfügen Sie über zwei oder mehr Gehirne? Ich vermute, dass Sie so wie ich auch nur mit einem Gehirn ausgestattet sind 😉 Natürlich können wir Menschen mehrere Dinge gleichzeitig erledigen, aber darunter leidet immer die Qualität. Das zu verstehen ist eine der wichtigsten Erkenntnisse. Wenn Sie eine Sache wirklich erledigen wollen, dann müssen Sie sich dafür voll und ganz auf diese eine Sache konzentrieren. Alle Störungen, die dabei auftreten, dürfen Sie nicht von der Sache abbringen. Klingelt das Telefon? Notieren Sie den Anrufer und rufen Sie später zurück oder ignorieren Sie den Anruf und prüfen Sie nach der Sache Ihre Anruferliste. Stört ein Kollege? Nehmen Sie sein Anliegen ernst, aber vertrösten Sie ihn auf später und bearbeiten Sie weiter Ihre Sache. Nur so können Sie Aufgaben wirklich abschließen ohne dass diese wie ein Bumerang wieder zu Ihnen zurückkommen. Müssen Sie auf die Unterbrechung tatsächlich reagieren? Dann notieren Sie sich den aktuellen Zustand Ihrer Sache, bevor Sie zu der Unterbrechung wechseln. So macht es im Übrigen auch ein Computer, damit er später wieder am gleichen Punkt – wie vor der Unterbrechung – weiterarbeiten kann.

Die Vorgehensweise reduziert deutlich Ihren Stress. Probieren Sie es aus und Sie werden sich innerhalb kurzer Zeit besser fühlen. Aufgaben gehen Ihnen viel leichter von der Hand, weil Sie mit Ihrem ganzen Ich bei der Sache sind. Sie fokussieren sich damit vollständig auf diese Aufgabe. Das ist wahre Achtsamkeit.

Wann waren Sie das letzte Mal dankbar?

Wann haben Sie das letzte Mal darüber nachgedacht, wie gut es Ihnen geht? Wann waren Sie das letzte Mal dankbar für Ihr Leben? Insbesondere in stressigen Zeiten ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass es außer dem Negativen viel mehr Positives gibt. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, regelmäßig auf das Gute zu gucken und dafür dankbar zu sein. Sie werden merken, wie sich Ihr ganzes Denken dadurch in eine positive Richtung bewegt. Als Start gebe ich Ihnen eine Liste mit Dingen, für die sie z.B. dankbar sein können.

  • Sie sind gesund
  • Es gibt in Ihrem Leben einen wichtigen Menschen, der für Sie da ist
  • Sie haben ein Dach über dem Kopf
  • Sie haben einen Arbeitsplatz
  • Sie leben nicht in einem Kriegsgebiet

Finden Sie Ihren persönlichen Ausgleich

Ich möchte an dieser Stelle – in Anlehnung an die asiatische Philosophie – dafür werben, dass wir uns nur vollständig fühlen, wenn wir das Harte und das Weiche gleichermaßen fördern. Sie sollten sich einen Ausgleich zu Ihrem Alltag zulegen, der Ihnen hilft, zur Ruhe zu kommen. Versuchen Sie ihre Methode des Zur-Ruhe-Kommen zu finden und diese zu kultivieren.

Qi Gong

Eine gute Methode zum Ausgleich ist z.B. Qi Gong. Ich beschreibe es gerne als Bewegungsmeditation. Es geht hierbei primär um die Abstimmung von Atmung und Bewegung. Die ruhigen Bewegungen sind für alle Altersklassen geeignet und können von jedem so ausgeführt werden, dass er sich wohl fühlt. Qi Gong ist kein Kampfsport und es geht hierbei auch nicht darum, möglichst akrobatisch und publikumswirksam aufzutreten. Im Gegenteil, die Übungen werden Sie häufig alleine in einer ruhigen Atmosphäre durchführen. Darüber hinaus hat Qi Gong noch eine anregende Wirkung auf ihren gesamten Körper und stärkt ihre innere Energie (ihr Qi).

Als ersten Einstieg in die Welt des Qi Gong kann ich Ihnen die acht edlen Übungen empfehlen. Eine gute Anleitung dazu finden Sie in dem Buch Die acht Brokate. Die Investition von ca. 1€ lohnt sich auf jeden Fall. Eine Stichwortsuche auf YouTube liefert ebenfalls einige Treffer – aber Vorsicht: Hier finden sich teilweise recht komplexe Variationen der Übungen, die für Anfänger nicht geeignet sind. Führen Sie die Übungen beispielsweise nach einem anstrengenden Tag aus und Sie werden merken, wie Sie dabei zur Ruhe kommen und Ihren Akku wieder aufladen.

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Dennis Jung

Über Dennis Jung

Herr Jung hat 2008 ein Studium zum Dipl.-Ing. (FH) im Bereich Informationstechnik mit Schwerpunkt Softwaretechnik abgeschlossen. Er arbeitet seit 4 Jahren als Projektleiter für die ZF TRW Produktlinien SCS und EPB. Seit 2017 ist er Abteilungsleiter im Bereich Globale Bremsen Softwareentwicklung – Software Projektmanagement.


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