Einfach anfangen… Eine Geschichte über große Berge und kleine Schritte


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Eine Reise von tausend Meilen beginnt unter deinem Fuß.Laotse

Heute möchte ich mit Ihnen über das Thema Herausforderungen sprechen. Es geht hierbei nicht um die kleinen Dinge, die im Tagesgeschäft anfallen und erledigt werden müssen. Nein, wir reden über die richtig großen, fetten Brocken, die manchmal auf unserem Weg liegen und nicht umgangen werden können. Vermutlich waren auch Sie selbst bereits mit solchen großen Aufgaben konfrontiert. Manch einer versucht dann, diese Aufgaben zu umgehen. Andere schließen die Augen und hoffen, dass diese Aufgaben von alleine wieder verschwinden. Wieder andere versuchen sich von den großen Aufgaben mit kleinen Belanglosigkeiten und unwichtigen Aufgaben abzulenken. Der Fachbegriff dafür ist Prokrastination 1. Egal wie man es auch nennt, sehen Sie eine solche Aufgabe als Herausforderung für sich selbst an. Jetzt können Sie einmal zeigen, was Sie können. Falls Sie einmal Angst davor bekommen, einen Fehler zu machen, dann denken Sie an folgendes japanisches Sprichwort. Denn besser kann man es nicht formulieren.

Auch ein Affe fällt mal vom Baum.Japanisches Sprichwort

Dies soll bedeuten, dass es absolut in Ordnung ist, Fehler zu machen. Jeder von uns macht Fehler. Wichtig ist nur, wie wir damit umgehen und dass wir daraus für die Zukunft etwas lernen. Also nur Mut und ran an den Speck. 🙂

Aufklären. Der wichtigste Schritt ist die Aufklärung. Häufig prokrastinieren wir aus Angst zu versagen und zu scheitern. Damit Sie diese Angst verlieren, müssen Sie sich mit ihr auseinandersetzen.

Wenn es dunkel ist und du Angst hast, dann schalte das Licht ein.Dennis Jung

Wir machen jetzt gemeinsam ein Experiment. Stellen Sie sich vor, dass Sie mit Ihrer Aufgabe scheitern. Was würde jetzt passieren? Welche Folgen hätte das für Sie und Ihr Umfeld? Aber gehen Sie immer gedanklich einen Schritt weiter und fragen Sie sich, was danach passiert (“Und wenn schon, was passiert dann?”). Wie weitreichend wären die Folgen wirklich? Seien Sie bei der Betrachtung gründlich und sachlich. Lassen Sie Emotionen außen vor und betrachten Sie nur die Fakten ohne persönliche Bewertung. Wahrscheinlich werden Sie feststellen, dass die Folgen überhaupt nicht so schlimm sind, wie es Ihnen Ihr Bauchgefühl vortäuscht. Das Aufklären ist übrigens ein sehr wirksames Mittel bei vielen Ängsten und Phobien. Sie beschäftigen sich dadurch mit Ihrer Angst, anstatt sie zu verleugnen, und lernen, sie zu akzeptieren. Dadurch gewinnen Sie wieder die Oberhand und können selbst entscheiden, wie Sie mit Ihrer Angst umgehen wollen.

Nachdem Sie festgestellt haben, dass ein Scheitern Sie nicht Ihr Leben kosten wird, versuchen Sie jetzt so viel wie möglich über Ihre Aufgaben in Erfahrung zu bringen. Worum geht es genau? Welche Details sind wichtig und welche nicht? Sie werden merken, wie sich alleine dadurch, dass Sie sich mit der Aufgabe beschäftigen, diese einen Teil ihrer einschüchternden Wirkung verliert. Je mehr Sie über Ihre Aufgabe in Erfahrung bringen, desto besser. Ihr Ziel muss es sein, die Aufgabe in allen Einzelheiten zu verstehen.

Hilfe suchen. Jetzt, wo sie wissen, worum es wirlich geht, können Sie überlegen, wer Ihnen bei der Bearbeitung helfen oder hilfreich seien kann. Helfen heißt nicht, dass jemand Ihre Aufgabe übernehmen soll. Nein, es geht darum, wer Ihnen als Erfahrungsträger weiterhelfen kann. Überlegen Sie, wer in Ihrem Umfeld bereits eine ähnliche Aufgabe gelöst hat oder sie an einen anderen Kollegen verweisen kann, der sich bereits mit einem ähnlichen Thema beschäftigt hat. Befragen Sie z.B. ältere Kollegen oder Erfahrungsträger. Reden Sie mit Kollegen über Ihre Aufgabe – eventuell hat jemand bei diesem Brainstorming eine zündende Idee, die Ihnen weiterhilft. Halten Sie sich vor Augen, dass es darum geht, die Aufgabe zu bearbeiten. Sie brechen sich keinen Zacken aus der Krone, wenn Sie nach Hilfe oder Ideen fragen. Viele erfolgreiche Persönlichkeiten ziehen bei schwierigen Problemen Berater hinzu, weil man dadurch ein Problem aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Außerdem geht es ja nicht darum, dass Sie das Rad neu erfinden sollen. Bedenken Sie aber, dass es stets Ihre Aufgabe bleibt und auch bleiben soll. Schließlich wollen Sie zeigen, was sie können.

Zerlegen. Nachdem Sie Ihre Aufgabe jetzt richtig verstanden und über die Gespräche mit Erfahrungsträgern Anregungen bekommen haben, gilt es, die große Aufgabe zu zerlegen. Können Sie die Aufgabe inhaltlich oder zeitlich in kleinere Teilaufgaben zerteilen? Gibt es eventuell andere Kriterien zur Aufteilung in Teilaufgaben? Sehr gut, dann zerlegen Sie Ihre Aufgabe in Teilaufgaben.

Sie werden aber auch auf Aufgaben stoßen, die sich nicht direkt in Teilaufgaben zerlegen lassen. In diesem Fall empfehle ich Ihnen, zu einer anderen Strategie zu wechseln. Überlegen Sie sich, was der erste sinnvolle Schritt zur Fertigstellung Ihrer Aufgabe ist und notieren Sie diesen. Starten Sie dann mit der Bearbeitung dieses Schrittes und überlegen Sie sich nach dem Abschluss, was der nächste sinnvolle Schritt ist. So kommen Sie Ihrem Ziel, dem Abschluss der großen Aufgabe, Schritt für Schritt näher. Gemäß dem Grundsatz “wer rastet, der rostet” bewegen Sie sich kontinuierlich auf Ihr Ziel zu. Denken Sie immer daran, wie man einen großen Berg besteigt: Man setzt einen Fuß behutsam vor den anderen und überlegt sich dabei ganz genau, wo man seinen Fuß hinsetzt, damit man nicht stolpert.

Planen. Wenn Sie Ihre große Aufgabe in Teilaufgaben zerlegt haben, gilt es diese zu verplanen. Achten Sie darauf, dass Ihre Teilaufgaben und nächsten Schritte immer die Informationen aus der Formel “WER macht WAS bis WANN” beinhalten. Alle Teilaufgaben, die Sie der Fertigstellung der großen Aufgabe näher bringen, haben Priorität. Alle “Goldkanten” werden mit niedriger Priorität versehen und nach hinten geschoben. An dieser Stelle möchte ich auch nochmal auf meine Artikel Aufgaben priorisieren und Ein Notizbuch führen hinweisen. Darin lernen Sie, wie Sie Ihre Aufgaben richtig priorisieren und managen.

Anfangen. Nachdem Sie mit der Vorarbeit fertig sind, gilt es anzufangen. Dies wird Ihnen jetzt deutlich leichter fallen, als zum Anfang des Artikels. Sie haben Ihre große Aufgabe zerlegt, sich einen Plan für die Bearbeitung zurecht gelegt und wissen, dass ein Scheitern kein Weltuntergang wäre. Jetzt können Sie befreit mit der Bearbeitung Ihrer ersten Teilaufgabe starten. Also, worauf warten Sie noch? Es gibt viel zu tun, packen Sie es an. 😉

Wie gehen Sie Ihre großen Brocken an? Verfolgen Sie eine andere Strategie oder haben Sie mit einem anderen Ansatz gute Erfahrungen gemacht?

Haben Sie eine Frage oder Meinung zu diesem Artikel? Ich würde mich freuen, wenn Sie sie mit mir teilen. Benutzen Sie dazu einfach die Kommentarfunktion am Ende des Artikels.Dennis Jung

  1. Prokrastination von lateinisch prokrastinare = vertagen. Auch bekannt als Aufschieberitis.

Dennis Jung

Über Dennis Jung

Herr Jung hat 2008 ein Studium zum Dipl.-Ing. (FH) im Bereich Informationstechnik mit Schwerpunkt Softwaretechnik abgeschlossen. Er arbeitet seit 4 Jahren als Projektleiter für die ZF TRW Produktlinien SCS und EPB. Seit 2017 ist er Abteilungsleiter im Bereich Globale Bremsen Softwareentwicklung - Software Projektmanagement.

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