„Hilfe, ich saufe ab!“… Wie Sie wieder Boden unter die Füße bekommen


Vorwort

Boden unter die Füße bekommen

Haben Sie das Gefühl in Ihrer Arbeit zu ersaufen? Bekommen Sie häufig Aufgaben nicht fristgerecht erledigt oder vergessen diese sogar? Überkommt Sie häufig ein eiskalter Schauer, weil Ihnen etwas Wichtiges eingefallen ist, das Sie beinahe vergessen hätten? Dann ist dieser Artikel für Sie genau richtig. Und ich kann Sie beruhigen: Es geht auch anders.

In meinem Berufsleben habe ich viele Kollegen kennengelernt, die Ihre Aufgaben am Anfang Ihrer Laufbahn ordentlich bearbeitet haben und später ins Schwimmen geraten sind. In der Regel nimmt die Anzahl der Aufgaben mit steigender Berufserfahrung zu und die zur Bearbeitung zur Verfügung stehende Zeit auf Grund zahlreicher Verpflichtungen ab. Irgendwann erreichen beide eine kritische Marke und man fängt an zu schwimmen.

Aber was genau bedeutet das? Die Erklärung ist einfach: Sie können Ihre Aufgaben nicht mehr in beliebiger Reihenfolge bearbeiten und trotzdem alle rechtzeitig fertigstellen. Sie müssen jetzt bewusst entscheiden, welche Aufgaben Sie nicht bearbeiten und in welcher Reihenfolge Sie die übrigen Aufgaben bearbeiten. An diesem Punkt fangen viele an, sich mit den Themen Selbstmanagement und Zeitmanagement zu beschäftigen, um Faustregeln zur Vorgehensweise zu erhalten. Wie kann man seine Aufgaben priorisieren und verwalten? Die Menge an Ratgebern und Methoden erschlägt einen jedoch schnell und es ist schwierig, aus diesem Angebot die für einen selbst nützlichen Informationen herauszuziehen.

An diesem Punkt möchte ich mit meinem Artikel ansetzen. Er soll Ihnen einen schnellen und effektiven Weg zeigen, wieder Herr der Lage zu werden und statt dem Schwimmen wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Die Tatsache, dass Sie diesen Artikel lesen, zeigt, dass Sie sich mit diesen Themen bereits auseinandersetzen und bereit sind, etwas an Ihrer Situation zu ändern. Ohne diese Voraussetzung könnte Ihnen dieser Artikel auch nicht weiterhelfen. Um bei dem Artikelbild zu bleiben, greifen Sie jetzt nach meiner Hand und arbeiten Sie die nachfolgenden Kapitel in der vorgesehenen Reihenfolge durch. Wir starten damit, Ihren Kalender gemeinsam aufzuräumen.

Schritt 1: Wir räumen gemeinsam Ihren Kalender auf

Warum starten wir mit Ihrem Kalender und nicht mit Ihren Aufgaben? Ganz einfach. Weil Sie Zeit für die Bearbeitung Ihrer Aufgaben benötigen und es Ihnen vermutlich im Moment daran mangelt. Als erstes werden wir uns Ihren Regelterminen zuwenden.

Regeltermine

  • Schreiben Sie alle Regeltermine auf – auch diejenigen, zu denen Sie selbst eingeladen haben.
  • Notieren Sie zu jedem Regeltermin den Wiederholungszeitraum (täglich, wöchentlich, monatlich, …).
  • Notieren Sie Ihre Erwartungshaltung an jeden Termin. Welche Informationen wollen sie in diesem Termin erhalten oder weitergeben?
  • Färben Sie Ihre Regeltermine im Kalender ein. Das geht bei Outlook z.B. über die Zuordnung zu einer Kategorie und Festlegung einer Farbe für selbige.

Jetzt kommen wir zum wichtigsten Teil: Entscheiden Sie bewusst, wie Sie mit jedem der Termine verfahren wollen.

  • Termine, die Ihnen keine wichtigen Informationen liefern und zu denen Sie keinen Beitrag leisten können, sollten Sie absagen. Das geht im persönlichen Gespräch am besten, weil Sie dem Einladenden Ihre Beweggründe erläutern können. Sehen Sie das Gespräch auch als Chance, den Regeltermin zu optimieren.
  • Für Termine, bei denen Sie in der Regel nur einen kurzen Redeanteil haben, sollten Sie mit dem Einladenden vereinbaren, dass sie nur die ersten oder letzten 15 oder 30 Minuten anwesend sind. Eventuell reicht es auch, wenn Sie sich in die Besprechung nur telefonisch einwählen oder für Rückfragen erreichbar sind.
  • Überlegen Sie, ob Sie Termine an Kollegen delegieren können, die für die Besprechungen einen sinnvollen Beitrag leisten können.
  • Fordern Sie für Regeltermine eine Agenda ein, damit sie zielgerichtet geführt werden können. Für Ihre eigenen Regeltermine sollten Sie immer eine Agenda in die Einladung schreiben. Das hilft Ihnen, eine Besprechung strukturiert und zielgerichtet zu führen. Weitere Informationen dazu finden Sie auch in meinem Artikel Besprechungen vorbereiten und durchführen.
  • Wenn Sie feststellen, dass Ihnen oft Informationen fehlen, dann sollten Sie überlegen, ob vielleicht ein Regeltermin einberufen werden sollte, um die Informationslücke in Zukunft zu schließen.
  • Ziehen Sie auch Newsletter als Alternative für Besprechungen in Betracht. Manche Informationen können sehr gut als Newsletter verteilt werden und benötigen keinen Regeltermin.

Durch diese Maßnahmen sollten sich Freiräume in Ihrem Kalender gebildet haben, die Sie für die Bearbeitung Ihrer Aufgaben in Zukunft nutzen können. Aber wie verhindern Sie, dass diese soeben gewonnene Zeit wieder mit Terminen aufgefüllt wird? Das Zauberwort lautet Zeitblocker. Damit werden wir uns im Folgenden beschäftigen.

Terminblocker

Sie sollten in Betracht ziehen, Terminblocker in Ihren Kalender einzufügen. Ich selbst habe für jeden Tag einen „beschäftigt“-Blocker für die erste Tageshälfte in meinem Kalender. Dieser Zeitraum ist für die Bearbeitung meiner wichtigen Aufgaben für den Tag reserviert (dazu später mehr). In diesen Terminblocker-Zeiträumen akzeptiere ich nur sehr wichtige Termine, falls kein Alternativtermin möglich ist. Meine Kollegen sind darüber informiert und fragen bei dringenden Themen an, ob sie in diese Zeiträume buchen können. Dadurch halte ich mir einen Puffer für sehr wichtige Termine frei und stelle gleichzeitig sicher, dass ich meine wichtigen Aufgaben bearbeiten kann. Letztlich ist niemandem geholfen, wenn ich meine eigenen Aufgaben nicht erledigen kann. 😉

Vergessen Sie nicht, in Ihren Kalender auch Blocker für Urlaube, private Termine und Verpflichtungen einzufügen, damit Ihre Abwesenheit nach außen hin sichtbar ist. Tragen Sie die Termine mit einem 15 – 30 Minuten Puffer als Privattermine ein. Beispielsweise sollten Sie Zeiträume als abwesend markieren, an denen Sie das Unternehmen frühzeitig verlassen müssen (Bsp. Kinder von der Schule abholen). So entgehen Sie zeitlichen Kollisionen zwischen privaten und beruflichen Terminen und reduzieren auf Dauer Ihren Stresspegel.

Ad hoc Termine

Nachdem wir Ihre Regeltermine aufgeräumt haben, wenden Sie sich jetzt Ihren anderen Terminen zu. Prüfen Sie bei allen Nicht-Regelterminen, ob Sie der richtige Ansprechpartner sind oder den Termin an einen Kollegen delegieren können, der einen besseren Beitrag zu dem Thema leisten kann. Sie sollten auch immer prüfen, ob Sie den Termin an weitere Kollegen weiterleiten müssen, die einen wichtigen Beitrag dazu leisten können und noch nicht eingeladen wurden.

Für die Termine der nächsten beiden Wochen sollten Sie jetzt direkt prüfen, ob sie wirklich zum geplanten Zeitpunkt stattfinden müssen. Eventuell hat das Thema eine niedrige Priorität und kann in die Zukunft verschoben werden. Bei der Bewertung der Priorität sollten Sie auch immer zwischen Ihren eigenen, denen des Unternehmens und denen Anderer unterscheiden. Nicht jedes mit hoher Priorität versehende Thema ist für Sie oder das Unternehmen relevant. Wenn ein Thema weder für Sie noch für das Unternehmen wirklich wichtig ist, dann sollten Sie versuchen, das Thema in die Zukunft zu verschieben. Das verschafft Ihnen weiteren Freiraum für Ihre wichtigen Aufgaben.

Nachdem wir jetzt Ihren Kalender aufgeräumt haben, werden wir uns Ihren Aufgaben zuwenden.

Schritt 2: Wir besorgen uns einen Überblick über Ihre Aufgaben

Ich frage Sie ganz direkt: Können Sie mir aus dem Stand zeigen, welche Aufgaben Sie noch bearbeiten müssen? Würden Sie Ihr Vermögen darauf verwetten, dass Sie mir alle Aufgaben zeigen können und keine vergessen haben? Nein? Ich frage bewusst provokant, weil ich auf ein typisches Problem aufmerksam mache möchte. Viele verwalten Ihre Aufgaben in verschiedenen Listen. Da gibt es Excel-Dokumente für jedes Projekt, das Unternehmen, das eigene Team. Es gibt OPL (=Offene Punkte Listen) oder OIL (=Open Issue Lists). Daneben gibt es gelbe Klebezettel, Notizbücher und verschiedene digitale und analoge Aufgabenlisten. Alle diese Ablagen enthalten Aufgaben, die Ihnen zugewiesen wurden. Jede für sich kann eine sehr gute Ablage sein, aber durch die Verteilung Ihrer Aufgaben haben Sie keine Chance den Überblick zu behalten und jederzeit zu entscheiden, welche Aufgabe jetzt die wichtigste ist.

Deshalb ist mein dringender Rat, führen Sie für sich selbst nur eine Aufgabenliste. In diese übertragen Sie alle Ihre Aufgaben aus den verschiedenen OPL, damit Sie den Gesamtüberblick behalten können. Es ist im Prinzip egal für welche Technologie (Notizbuch, Excel-Liste, …) Sie sich entscheiden. Ich empfehle Ihnen jedoch die Verwendung einer handschriftlichen Aufgabenliste. Je leichter es ist, Aufgaben schnell zu verschieben, desto größer ist das Risiko sich mit der Verwaltung seiner Aufgaben zu verzetteln anstatt diese tatsächlich zu bearbeiten. Für den Anfang können Sie auch meine Vorlage aus dem Artikel Arbeiten mit MS Excel als GTD Tool verwenden.

Die Streuung Ihrer Aufgaben in verschiedene Listen führt dazu, dass Sie Ihren Verstand zu großen Teilen mit dem Speichern von Aufgaben beschäftigen und sich nicht mehr auf die Bearbeitung einer Aufgabe konzentrieren können, weil Ihr Kopf die ganze Zeit mit dem Durcheinander an Aufgaben jongliert. Das verhindert, dass Sie beim Arbeiten in einen Flow kommen. Deshalb starten wir damit, Ihren Kopf zu befreien, damit Sie Ihren Verstand wieder mit Denken und nicht dem Speichern von Aufgaben beschäftigen müssen.

Wir befreien Ihren Kopf von Ihren Aufgaben

  • Legen Sie für sich eine Haupt-Aufgabenliste fest, in der Sie alle Aufgaben erfassen möchten.
  • Übertragen Sie alle Aufgaben aus allen Aufgabenlisten in Ihre Haupt-Aufgabenliste. Wenn Sie auf eine Aufgabe stoßen, deren Bearbeitung weniger als 1 Minute dauert, dann erledigen Sie diese sofort. Das Aufschreiben würde länger dauern als die Aufgabe sofort abzuschließen. Diesen Ratschlag sollten Sie immer befolgen, wenn Sie Aufgaben oder Emails bearbeiten.
  • Fügen Sie jeder Aufgabe eine kurze Referenz auf die Ursprungsliste zu, damit Sie später noch wissen, wo Sie z.B. die Aufgabe zum Abschluss dokumentieren müssen.
  • Als nächstes kommt eine fundamental wichtige Erkenntnis: Tragen Sie nur für Aufgaben ein Abschlussdatum ein, die wirklich ein Abschlussdatum besitzen. Hier ist ganz besondere Vorsicht geboten. Oftmals nehmen wir uns nur vor, eine Aufgabe bis zu einem bestimmten Termin fertigzustellen und tragen diesen als Abschlussdatum ein. Vergessen Sie diesen Ansatz auf der Stelle. Eine Aufgabe hat nur dann einen Abschlusstermin, wenn eine Fertigstellung nach diesem Termin harte Konsequenzen hat. Die Nicht-Vorbereitung eines Kundentermins kann z.B. zu einer harten Konsequenz für Sie führen. Ich möchte Sie dafür sensibilisieren, ganz genau zu prüfen, ob eine Aufgabe wirklich ein Abschlussdatum hat und es auch nur in diesem Fall für die Aufgabe zu hinterlegen. Weiter unten werden Sie lernen, dass auch die Aufgaben ohne Abschlussdatum von Ihnen bearbeitet werden. Also keine Angst, trauen Sie sich nur sehr zurückhaltend ein Abschlussdatum einzutragen. In meiner Aufgabenliste haben nur ca. 25% der Aufgaben ein Abschlussdatum.

Nachdem Sie alle Aufgaben aufgeschrieben haben, können Sie diese vergessen. Vertrauen Sie auf Ihr neues Aufgabensystem und die Sicherheit, dass Sie jede Aufgabe rechtzeitig bearbeiten werden. Dadurch befreien Sie Ihren Kopf und können sich auf die Bearbeitung Ihrer Aufgaben konzentrieren, anstatt dauerhaft mit diesen in Ihrem Kopf zu jonglieren. Kommen wir zum nächsten Schritt: Ausmisten.

Wir räumen Ihre Aufgaben auf

  • Entscheiden Sie für jede Aufgabe, ob sie wirklich notwendig ist. Vielleicht ist sie zwischenzeitlich obsolet geworden und kann gestrichen werden. Nutzen Sie an dieser Stelle die Chance Ihre Liste aufzuräumen.
  • Prüfen Sie, ob Sie Aufgaben delegieren können. Manche Aufgaben wurden Ihnen vielleicht aus Mangel an besserem Wissen zugewiesen, können aber von einem Kollegen besser bearbeitet werden. Diese Aufgaben sollten Sie delegieren.
  • Sichten Sie jetzt Ihre Termine für die nächsten zwei Wochen. Müssen Sie für einen Termin etwas vorbereiten? Dann legen Sie dafür eine Aufgabe an und hinterlegen den Termin als Abschlussdatum für die Aufgabe. Bis dahin muss diese schließlich abgeschlossen werden.
  • Manche Aufgaben (Wochenberichte erstellen, Zeitbuchung durchführen, …) müssen regelmäßig bearbeitet werden. Kennzeichnen Sie diese Aufgaben und hinterlegen Sie den Rhythmus (tgl, mtl, wtl, jeder 1. Mo im Monat, …) für jede Aufgabe. Ein festes Datum müssen Sie für diese Aufgaben nicht eintragen – wir werden die Information bei der Wochenplanung auswerten.

Nun haben Sie das Aufräumen Ihrer Aufgaben erfolgreich gemeistert. Sie haben jetzt einen Überblick über alle Aufgaben und könnten meine anfangs gestellte Frage mit Ja beantworten. Als nächstes widmen wir uns einem Thema, das auf den ersten Blick nichts mit Aufgaben zu tun hat: Ihre Emails.

Schritt 3: Wir räumen Ihre Emails auf

Immer wieder sehe ich bei Kollegen das Datengrab Posteingang. Wie in einem Sumpfmoor lauern dort Emails darauf, Sie von der Bearbeitung Ihrer Aufgaben abzuhalten. Ein Posteingang mit 2345 ungelesenen Emails bedrückt Ihre Stimmung, baut ein schlechtes Gewissen auf und vermittelt den Eindruck, dass Sie der Flut an Emails nicht mehr Herr werden können. Abgesehen von der negativen Stimmung, die ein voller Posteingang auslöst droht hier auch die Gefahr, wichtige Aufgaben zu übersehen. Deshalb werden wir jetzt Ihre Emails aufräumen.

Richten Sie eine Ordnerstruktur für Emails ein

  • Erstellen Sie einen separaten Order für Ihren alten Posteingang namens Archiv und kopieren Sie alle Emails, die älter als eine Woche sind, aus Ihrem Posteingang in diesen Ordner.
  • Fügen Sie einen weiteren Ordner namens In_Bearbeitung ein und kopieren Sie die restlichen Emails aus Ihrem Posteingang in diesen Ordner.
  • Erstellen Sie sich eine Email-Ordnerstruktur. Eine Anleitung dazu finden Sie in meinem Artikel Eine Ordnerstruktur für alles.

Bearbeiten Sie Ihre Emails

Sie sollten Ihre Emails immer im Block bearbeiten – das steigert die Effizienz, weil Sie sich auf die Bearbeitung Ihrer Emails konzentrieren können. Ich selbst bearbeite meine Emails in zwei bis drei 30 Minuten-Blöcken pro Tag. Sie können dafür auch Terminblocker in Ihren Kalender einfügen, um sich die Zeit dafür exklusiv zu reservieren.

  • Starten Sie einen Block damit, dass Sie alle Emails aus dem Posteingang in den Ordner In_Bearbeitung verschieben. Dann wechseln Sie in diesen Ordner. Der Posteingang ist für den Rest dieses Bearbeitungs-Blocks für Sie tabu.
  • Bearbeiten Sie zunächst Ihre Emails, die mit hoher Priorität gekennzeichnet sind.
  • Wenn aus einer Email eine Aufgabe resultiert, dann notieren Sie diese mit Verweis auf die Email (Autor, Datum, Uhrzeit) in Ihre Aufgabenliste.
  • Haben Sie eine Email bearbeitet oder eine daraus resultierende Aufgabe in Ihre Aufgabenliste übertragen, dann verschieben Sie die Email aus dem Bearbeitungsordner in die Zielablage in Ihrer neuen Ordnerstruktur.
  • Solange Ihr Archiv noch Emails enthält, sollten Sie auch dieses mit mindestens einem Block pro Tag abarbeiten.
  • Nach dem Urlaub lege ich persönlich mir einen Urlaubsordner an und verschiebe alle Emails statt ins Archiv dort hinein. Auch diesen Ordner arbeite ich dann in mehreren Blöcken über eine Woche verteilt ab.
  • Versuchen Sie Ihre Emails im persönlichen Gespräch zu klären und nicht auf eine Email mit einer Email zu antworten. Meistens lassen sich Themen auf diesem Weg effizient und schnell bearbeiten. Ich persönlich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht und festgestellt, dass ansonsten oft ein Email-Ping-Pong losbricht, das nicht effektiv ist und viel Zeit kostet.

Als nächstes wenden wir uns zwei generellen Themen zu: Der Erstellung eines Wochen- und Tagesplans für die Bearbeitung Ihrer Aufgaben.

Schritt 4: Wir stellen einen Wochenplan für diese Woche auf

Was ist ein Wochenplan und warum sollten Sie einen aufstellen? Ein Wochenplan ist ein Auszug aus Ihrer Aufgabenliste und enthält alle Aufgaben, die Sie in dieser Woche bearbeiten müssen. Ich selbst erstelle meinen Wochenplan jeden Montagmorgen, bevor ich in das Tagesgeschäft eintauche.

  • Sichten Sie Ihre Aufgabenliste und markieren Sie alle Punkte, die Sie in der aktuellen Woche bearbeiten müssen. Es ist wichtig, dass Sie nur die Aufgaben markieren, die Sie bearbeiten MÜSSEN. Vermeiden Sie es Aufgaben zu markieren, die Sie gerne bearbeiten würden. Für die Auswahl können Sie sich an folgender Kriterienliste orientieren:
    • Abschlussdatum. Aufgaben, die ein Abschlussdatum haben, das innerhalb der nächsten zwei Wochen liegt, sollten Sie in Ihre Wochenliste aufnehmen. Dadurch reduzieren Sie auf Dauer deutlich Ihren Stresslevel, weil Sie verhindern, Aufgaben kurzfristig bearbeiten zu müssen.
    • Langläufer. Aufgaben, die nicht in den nächsten beiden Wochen fertiggestellt werden müssen, aber andere Tätigkeiten anstoßen, die mit einem großen Vorlauf zu einem bestimmten Termin angestoßen werden müssen, sollten Sie auch in Betracht ziehen. Hierzu könnte z.B. das Anstoßen einer Freigabe mit 3 Wochen Laufzeit zählen, die in 4 Wochen abgeschlossen sein muss.
    • Sehr wichtig. Aufgaben, die für Sie und/oder Ihr Unternehmen sehr wichtig sind. Diese Aufgaben sollten Sie auch in Betracht ziehen, weil Sie das Ergebnis eventuell nochmal überarbeiten müssen und dafür Zeit benötigen.
    • Routineaufgaben. Aufgaben, die auf Grund Ihres Rhythmus in dieser Woche bearbeitet werden müssen.
    • Terminvorbereitung. Sichten Sie Ihre Termine für diese Woche und tragen Sie eine Aufgabe für diese Woche ein, wenn ein Termin eine Vorbereitung benötigt.
  • Nachdem Sie Ihre Liste erstellt haben, prüfen Sie noch einmal sehr kritisch, ob Sie alle Aufgaben bearbeiten können und müssen. Falls nein, passen Sie Ihre Liste entsprechend an.

Als nächstes werden wir aus der Wochenliste eine Liste für den aktuellen Tag ableiten.

Schritt 5: Wir stellen einen Tagesplan für heute auf

Warum sollen Sie noch einen Tagesplan erstellen, obwohl Sie bereits einen Wochenplan erstellt haben? Der dauernde Blick auf Ihre Wochenliste könnte Sie nervös machen und Ihnen das Gefühl geben, dass Sie noch sooo viel in dieser Woche erledigen müssen. Es ist wichtig, dass Sie am Ende eines Tages sagen können: Was ich mir für heute vorgenommen habe, das habe ich auch geschafft! Das Gefühl ist sehr wichtig und sollte nicht unterschätzt werden. Deshalb werden wir jetzt einen Tagesplan erstellen, den Sie am Abend betrachten können. Dann können Sie stolz auf sich selbst sein, was Sie an diesem Tag geschafft haben und werden zunehmen das Gefühl bekommen, Ihr Berufsleben selbst zu steuern und nicht mehr fremdbestimmt zu werden.

Wir erstellen einen Tagesplan

  • Sichten Sie jeden Morgen Ihren Wochenplan und entscheiden Sie ganz bewusst, welche drei der dort notierten Aufgaben Sie an diesem Tag angehen werden. Es sollen genau drei Aufgaben sein – nicht mehr und nicht weniger.
  • Übertragen Sie diese drei Aufgaben in Ihren Tagesplan für den anstehenden Tag (beispielsweise in Ihren Kalender).

Und jetzt? Wie geht es weiter? Nachdem wir alle Bereiche aufgeräumt haben und der Plan für den Tag steht, geht es los mit der Bearbeitung Ihrer Aufgaben.

Los gehts

Dieser Abschnitt überdeckt sich teilweise mit meinem Artikel Ein Notizbuch führen. Ich empfehle Ihnen, diesen Artikel zeitnah zu lesen. Sie werden weiter unten lesen, dass sie bearbeitete Aufgaben grün markieren sollen. Der Grund dafür ist einfach. Wenn Sie in Ihren Tages-, Wochenplan oder Ihre Aufgabenliste gucken, wird sie mit der Zeit immer grüner und Sie werden merken, wie sich dies positiv auf Ihre Stimmung auswirkt.

  • Starten Sie sofort morgens mit Ihren drei Aufgaben für den Tag. Diese Aufgaben haben für heute Ihre höchste Priorität und Ihr Ziel ist es, diese Aufgaben vor dem Mittag abzuschließen.
  • Vermeiden Sie Unterbrechungen. Wenn Sie angerufen werden, dann notieren Sie den Anrufer und rufen Sie ihn später zurück.
  • Im Verlauf des Tages notieren Sie neue Aufgaben in Ihr Journal. Markieren Sie Aufgaben mit einem leerem Kästchen am Rand.
  • Abends sichten Sie Ihr Journal und übertragen neue Aufgaben in Ihre Aufgabenliste oder den Wochenplan.
  • Haken Sie bearbeitete Aufgaben ab und markieren Sie in Ihrem Tages-, Wochenplan und Ihrer Aufgabenliste grün.
  • Aufgaben, die sie aus dem Journal in Ihre Aufgabenliste oder den Wochenplan übertragen haben, markieren Sie auch grün.
  • Wenn Sie aufgaben nicht mehr erledigen müssen, dann streichen sie diese durch und markieren sie ebenfalls grün.
Ich hoffe, dass Ihnen dieser Artikel hilft, wieder Boden unter Ihre Füße zu bekommen und den Weg zu einem selbstbestimmten Leben ebnet. Mein Konzept habe ich in den letzten Jahren über viele gute und schlechte Erfahrungen optimiert. Falls Sie eine Frage oder Meinung zu meinem Artikel haben, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie sie mit mir teilen. Benutzen Sie dazu einfach die Kommentarfunktion am Ende des Artikels.Dennis Jung

Dennis Jung

Über Dennis Jung

Herr Jung hat 2008 ein Studium zum Dipl.-Ing. (FH) im Bereich Informationstechnik mit Schwerpunkt Softwaretechnik abgeschlossen. Er arbeitet seit 4 Jahren als Projektleiter für die ZF TRW Produktlinien SCS und EPB. Seit 2017 ist er Abteilungsleiter im Bereich Globale Bremsen Softwareentwicklung – Software Projektmanagement.

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